Hermann Glöckner Archiv
Startseite Der Künstler Das Werk Literatur Aktuelles Kontakt
Werk von Hermann Glöckner Werk von Hermann Glöckner
Als "Druckstöcke" dienten teilweise vorgefundene Scherben von Scheiben, die in meinen Händen zerbrochen waren und noch Farbreste zeigten, welche ich etwas korrigierte und dann antrocknen ließ, so dass kleine feste Erhöhungen entstanden. Dann wurde die Scherbe mitsamt ihrer Oberflächenstruktur eingefärbt, aber nicht mit einer Walze, sondern mit einem Pinsel, weil es sich ja um eine wässrige Farbe handelte, und das wurde dann auf japanartigem Papier abgedruckt. Dieses Prinzip wurde dann mehrfach verwendet, die Form beim Druck verdoppelt und umgekehrt.
Die Nächste umfasste Abdruckte von einer Linolfläche, die kurvig zerschnitten und teilweise auseinandergezogen war, so dass die Schnittspuren selbst grafische Formen bildeten. Auch diese Flächen sind mit Wasserfarben eingestrichen und so gedruckt worden, dass die Platte auf dem Tisch lag und das Papier aufgelegt wurde. Das Papier war teilweise trocken, teilweise feucht. Es wurde viel experimentiert, mit verschiedenen Farben gearbeitet. Davon sind 250 oder noch mehr Drucke entstanden, die teilweise zu Mappen zusammengefügt worden sind. Die Anordnung der einzelnen Teile der kurvig zerschnittenen Rechteckfläche wurde dann auch noch variiert. Die Platte wurde zunächst so gedruckt, wie sie geschnitten war. Durch unterschiedliche Farb- und Papierbeschaffenheiten entstanden schon dabei verschiedene Oberflächenstrukturen. Später wurde die zerschnittene Linolfläche völlig auseinandergenommen und die einzelnen Teile zu neuen Ordnungen zusammengefügt. Das ergab zehn ausgewählte Variationen, die ich dann ebenfalls zu Mappen zusammenfasste.
Schließlich kam noch eine dritte Werkgruppe hinzu. Man könnte sie als Bindfadendrucke bezeichnen. Sie entstanden folgendermaßen: Von einem Paket abgewickelte Schnur lag in interessanter Form auf dem Fußboden, ich legte Papier darauf, das angefeuchtet war, darauf eine Decke und presste untern hohem Druck – teilweise bin ich selbst darauf herumgelaufen – das Papier über diese Schnur, so dass überall da, wo die Schnur unter dem Papier gelegen hatte, ein kleines Relief entstand. Diese Gruppe bestand ebenfalls aus vielen Variationen. Später zog ich die Schnur dann auch frei über das Papier und klebte sie auf.
Linol-, Bindfaden-, und Glasdruck