Hermann Glöckner Archiv
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Werk von Hermann Glöckner Werk von Hermann Glöckner
Eine wesentliche Werkgruppe waren in der letzten Zeit die Faltungen, eine eigene Art von Grafik. Wie bin ich dazu gekommen? Sie gehen zurück bis in die dreißiger Jahre. Aber die erste eigentliche  Papierfaltung ist 1969 entstanden, und zwar tauchte die Idee auf, einer Reihe von Katalogen der Jubiläumsausstellung ein Originalblatt beizulegen. Da der Katalog kein sehr großes Format hatte, habe ich ein Blatt gefaltet und die durch die Faltung entstandenen Teilflächen entsprechend gefärbt. So entstand eine Form, die den konstruktiven Blättern nahe lag.
Das Falten des Papiers hängt eng mit dem zusammen, was ich beschrieb, als ich von der Tafelzeit sprach, nämlich der Halbierung der Fläche, der Viertelung usw., oder aber der vertikalen Teilung, der Diagonale von einer Ecke zur anderen, der Gegenecken wiederum usw. Das ist das Grundprinzip, alles Weitere entsteht in der Arbeit. Das Einfärben der Fläche erfolgt so, dass das gefaltete Blatt fest aufgelegt, die Farbe mit dem Pinsel aufgestrichen wird. Es gehört natürlich eine gewisse Konsistenz der Farbe dazu, dass die Farbe nicht unterläuft und die Ränder unscharf werden. Man benötigt ganz bestimmtes Papier dazu, das die Faltungsbrüche aushält und den Bruch trotzdem scharf sein lässt. Die Brüche bleiben erhalten, und jeder kann sehen, wie das Blatt entstanden ist. … Die Findung ist in mehreren Etappen erfolgt, die eigentliche, systematische Durchführung der Faltungen begann etwa in den siebziger Jahren. Das geht bis heute noch weiter und soll auch noch weitergehen, bis ich es einmal abschließen kann. Diese Arbeit ist so interessant, und es ergeben sich immer neue Möglichkeiten, dass man nicht gern darauf verzichtet, weiterzumachen. Hinzu kommt, dass man farbig stark variieren kann.
Faltungen